Mit einem Festakt und einem großen Bürgerfest rund um das St. Pauli Kloster werden in der Stadt Brandenburg an der Havel die Feierlichkeiten zum 850. Geburtstag der Mark beendet

Im Jahre 1157 siegelte der sächsische Askanier Albrecht der Bär am 3. Oktober erstmals eine Urkunde als brandenburgischer Markgraf.

Als der Rote Adler zu fliegen begann

Mit einem Bürgerfest feierten am 3. Oktober diesen Jahres die Märker rund ums Brandenburger Pauli-Kloster nicht nur den 17. Jahrestag der deutschen Wiedervereinigung sondern auch 850 Jahre Mark Brandenburg. Fachleute beziehen sich bei der nunmehr „regierungsoffiziellen“ Jahreszahl auf jenen Zeitpunkt, als sich der Askanier Albrecht der Bär im Jahre 1157 auf einer Urkunde erstmalig selbst „Markgraf von Brandenburg“ nannte.

Havelland und Zauche als Wiege der Mark

Die Mark Brandenburg selbst war damals bei weitem nicht das, was wir heute unter dem Land Brandenburg verstehen, eher das Terrain im Südwesten des Landes, also Havelland und Zauche. Doch schon 1320 gab es „im Märkischen“ die Altmark, die Mittelmark und die Neumark. Das Herzogtum Preußen bandelte im Zuge einer Personalunion ab 1618 mit Brandenburg an. 1701 wurde die Mark Brandenburg Kernprovinz des nunmehrigen Königreiches Preußen. Spätestens mit dem hiesigen Friedrich Wilhelm I. und seiner Idee der Einführung einer allgemeinen Schulpflicht sollte man meinen, dass Brandenburg zum Klassenprimus im Kleinstaateneinerlei hätte aufsteigen wollen. Doch der König war sozusagen ein Multitalent an neuen Ideen. Das Sparen am höfischen Luxus zugunsten eines starken Stehenden Heeres war auch sein Einfall. Sein Nachfolger, der „Flötenspieler von Sanssouci“, brachte das Land säbelrasselnd bis unter die Top Five des damaligen Europa. Und er legte den Hiesigen den Anbau der Kartoffel ans Herz.

König machte die Knolle per Ordre zur Nummer I

Mit der „Circular-Ordre“ befahl Friedrich II. am 24. März 1756 seinen preußischen Beamten: „Als habt Ihr denen Herrschaften und Unterthanen den Nutzen von Anpflantzung dieses Erd Gewächses begreiflich zu machen, und denselben anzurathen, dass sie noch dieses Früh-Jahr die Pflantzung der Tartoffeln als einer sehr nahrhaften Speise unternehmen.“

Der märkischste unter allen Birnbäumen

Ab 1862 schrieb ein Neuruppiner, der eigentlich einen guten Apotheker hätte abgeben können, bis 1888 fünf Bände Reiseliteratur. Bekannt geworden sind sie als Wanderungen durch die Mark Brandenburg
Und wer von den Fontaneschen Wanderungen vielleicht noch nichts gelesen hat, wird zumindest sein berühmtes Gedicht „Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland“ kennen. Nur auf eines mussten die Märker 850 Jahre warten: auf die schönste Nelly Deutschlands. Erst 2007 wurde die Kleinmachnowerin Nelly Marie Bojahr zur „Miss Germany“ gewählt. Und auch die „Miss Deutschland 2008“ Janice Behrendt ist eine gebürtige Cottbuserin.
Mit dem 3. Oktober 1990 bekamen die Brandenburger ihr Bundesland zurück. Sein Wappen schmückt ein roter Adler. Schon auf einem Siegel des Askaniers Otto 1. (ein Sohn von Albrecht dem Bären) ist der Adler zu sehen. Somit ist der märkische Adler ein paar Jahrhunderte älter als sein schwarzer Gevatter, der alte deutsche Reichsadler.


Quelle: WSG_III WochenSpiegel * Oktober 2007
850 Jahre Mark Brandenburg
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