Ausblick vom Pavillon zur Paul-Gerhardt-Kirche:

Am Stegepfuhl
Am Stegepfuhl

Gedicht: Am Klein-Clausthaler Teich

Am Himmel treibt ein Nebelmeer,
Die Sonne flimmert bleich;
Die Tannen stehen still umher
Am tiefen Harzwaldteich.

Kein Bienlein summt im Heidekraut,
Kein Vöglein singt im Baum;
Es ist, als schliefe jeder Laut,
Als lag‘ die Welt im Traum.

Ich schaue von des Teiches Rand
Hinunter in die Flut;
Ein wunderschönes Kirchlein stand
Dort einst in Gottes Hut.

Nur noch bisweilen sieht man heut‘
Die Türme ragen empor,
Nur noch bisweilen tönt Geläut‘
An guter Menschen Ohr.

Doch wen in stiller Neujahrsnacht
Zur rechten Glockenstund‘
Ein weißes Reh dorthin gebracht,
Dem wird der Zauber kund.

Der spricht das richt’ge Wörtlein aus,
Dem blüht ein selig Glück;
Das wundersame Gotteshaus
Kehrt an den Tag zurück.

Dem Teich ist meine Seele gleich
Mit seinem frommen Hort.
Wie glücklich wäre ich, wie reich,
Fänd‘ ich das Zauberwort!

Adolf Ey (1844 – 1934)
Am Stegepfuhl
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