Nach der Währungsreform in den Westsektoren am 20. Juni 1948 ließ Josef Stalin am 24. Juni 1948 morgens alle Zugangswege nach West-Berlin sperren. Der sowjetische Staatschef wollte die West-Alliierten zwingen, Berlin aufzugeben – die Lebensmittelvorräte reichten nur für 36 Tage, die Kohlenvorräte für 45 Tage. Die Antwort war die Luftbrücke, die bedeutendste und größte humanitäre Luftoperation aller Zeiten.

Heute vor 60 Jahren befahl General Clay die Errichtung der Berliner Luftbrücke und schon am 26. Juni flog der erste Rosinenbomber zum Flughafen Tempelhof.

Ölgemälde Flughafen Tempelhof
Ölgemälde „Flughafen Tempelhof“ Collage von Dick Kramer (1987) nach historischen Fotos

Die Luftbrücke ist ein Teil der Berliner Geschichte und sie ist unwiederbringlich mit dem Flughafen Tempelhof verbunden.

Fast ein Jahr lang landete Tag und Nacht alle drei Minuten ein Flugzeug in West-Berlin.
Bis die Politik der Stärke wirkte und die Russen die Blockade am 12. Mai 1949 wieder aufhoben, wurden innerhalb eines Jahres rund 2,3 Millionen Tonnen Fracht, davon 1,44 Millionen Tonnen Kohle, 490.000 Tonnen Nahrungsmittel und 160.000 Tonnen Baustoffe, eingeflogen.

Ernst Reuters Sätze (aus seiner Rede – Verkehrsdezernent, später Oberbürgermeister von Berlin, auf dem Platz der Republik am 9. September 1948):

Ihr Völker der Welt, ihr Völker in Amerika, in England, in Frankreich, in Italien, schaut auf diese Stadt und erkennt, daß ihr diese Stadt und dieses Volk nicht preisgeben dürft, nicht preisgeben könnt!

waren ein Appell an die Weltgemeinschaft, West-Berlin nicht fallen zu lassen. Noch berühmter ist ein anderer Berlin-Satz geworden:

Ich bin ein Berliner.

Von John F. Kennedy gesprochen am 26. Juni 1963, anlässlich des 15. Jahrestags der Luftbrücke.

Luftbrückendenkmal

Bei 126 Unfällen verloren 78 Menschen während dieser Hilfsaktion ihr Leben. In Berlin starben zahlreiche Einwohner an Mangelernährung und Krankheit, insbesondere Tuberkulose.
Luftbrückendenkmal: 'Hungerkralle' Inschrift Luftbrückendenkmal, mit den Namen aller Verunglückten

Jetzt, ausgerechnet im Jubiläumsjahr, wird der Schauplatz des Geschehens, die Nabelschnur für das Überleben von 2,2 Millionen (West-)Berlinern – die Mutter aller Flughäfen, wie Norman Foster gesagt hat – am 31. Oktober endgültig geschlossen. Selbst der Volksentscheid vom 27. April konnte dies nicht kippen.

Ölgemälde Flughafen Tempelhof
The Airlift Saves A City

Ehrenbezeugung für Tempelhof

A 380 im Tiefflug über Tempelhof: Zum Abschluss der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA 2008) ist der Airbus A380 in nur rund 200 Metern Höhe über den City-Airport geflogen. Mit dieser Flugeinlage sollte der Luftbrücke gedacht werden.

60. Jahrestag der Berliner Luftbrücke
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