Es droht eine historisch niedrige Wahlbeteiligung.
Insgesamt 375 Millionen Menschen sind zur Wahl eines neuen EU-Parlaments aufgerufen. In Deutschland haben 64,3 Millionen Bürger die Qual der Wahl: Bei der Europawahl treten über 30 Parteien und politische Vereinigungen an. Der Wahlzettel misst deshalb fast einen Meter – der längste in der Geschichte Europas. Anders als bei der Bundestagswahl oder den Kommunalwahlen gibt es jedoch nur eine Stimme.

Wahllokal II
Wahllokal II im Ragower Jugendclub,
am Morgen nieselte es noch leicht

Europahymne: Ode an die Freude

Freude, schöner Götterfunken,
Tochter aus Elysium,
Wir betreten feuertrunken,
Himmlische, dein Heiligtum.
Deine Zauber binden wieder,
Was die Mode streng geteilt,
Alle Menschen werden Brüder,
Wo dein sanfter Flügel weilt.

Wem der große Wurf gelungen,
eines Freundes Freund zu sein,
wer ein holdes Weib errungen,
mische seinen Jubel ein!
Ja – wer auch nur eine Seele
sein nennt auf dem Erdenrund!
Und wer’s nie gekonnt, der stehle
weinend sich aus diesem Bund!

Freude heißt die starke Feder
in der ewigen Natur.
Freude, Freude treibt die Räder
in der großen Weltenuhr.
Blumen lockt sie aus den Keimen,
Sonnen aus dem Firmament,
Sphären rollt sie in den Räumen,
die des Sehers Rohr nicht kennt.

Freude, schöner Götterfunken,
Tochter aus Elysium,
Wir betreten feuertrunken,
Himmlische, dein Heiligtum.
Deine Zauber binden wieder,
Was die Mode streng geteilt,
Alle Menschen werden Brüder,
Wo dein sanfter Flügel weilt.

Um keine europäische Sprache zu bevorzugen, ist die offizielle Europahymne nicht die Chorfassung mit dem deutschen Text, sondern eine Instrumentalversion.

Wie entstand die Europahymne?

  • 1785: Friedrich Schiller veröffentlicht die Ode „An die Freude“
  • 1792: Ludwig van Beethoven findet Gefallen am Schiller-Gedicht, aber erst 1823 verwirklicht er das Vorhaben, zu diesem Text ein Musikwerk zu verfassen
  • 1824: Die Neunte Symphonie wird am 7. Mai 1824 in Wien uraufgeführt
  • 1972: Der Europarat in Straßburg entscheidet sich im Januar für eine Europahymne. Die Wahl fällt auf die Musik zur Ode „An die Freude“ aus dem Schlußsatz der Neunten Symphonie von Beethoven
  • 1986: Die Europäische Gemeinschaft führt am 21. April 1986 gemeinsame Symbole ein. Die blaue Fahne mit dem goldenen Sternenkranz und die Beethoven-Hymne setzen sich in kürzester Zeit als Erkennungsmerkmale der Europäschen Gemeinschaft durch
94 Zentimeter langer Stimmzettel
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