Über 80 Jahre nach seiner Erstaufführung wird Metropolis jetzt bei den 60. Internationalen Filmfestspielen Berlin erstmals wieder in nahezu vollständiger Fassung gezeigt.
Und vom 21. Januar bis zum 25. April zeigt das Berliner Museum für Film und Fernsehen die Ausstellung „The complete Metropolis”.

Über Jahrzehnte hinweg galten entscheidende Teile von Metropolis als verschollen. Durch den überraschenden Fund einer 16-Millimeter-Filmrolle in Buenos Aires im Jahr 2008 und die folgende Restaurierung kann der Film nun in der ursprünglichen langen Fassung gezeigt werden.

Metropolis
Metropolis Maschinenmensch
an der „Straße der Giganten”, der Hauptachse des Filmparks Babelsberg
(Foto aufgenommen im August 2008)

Lebenslauf

Dieser Stummfilm, in den Babelsberger Ufa-Studios vom 22. Mai 1925 bis 30. Oktober 1926 gedreht, stellte einen neuen Massstab in der Filmgeschichte dar. Dabei war die technische Realisierung des Stoffes gar nicht so einfach. Mit 5 Millionen Reichsmark Produktionskosten war „Metropolis” der bis dahin teuerste Film der deutschen Filmgeschichte.
Uraufgeführt am 10. Januar 1927 im Berliner Ufa-Palast am Zoo. Schon Monate nach seiner Premiere galt der als größter und teuerster Film beworbene Streifen als Misserfolg.
1984/89: Queen (Radio Ga Ga, Album: The Works) und Madonna (Express Yourself, Album: Like a Prayer) zitieren in ihren Videoclips aus „Metropolis“.
Am 22. Februar 1985 feierte der Film, neu vertont von Giorgio Moroder, in Cannes eine Wiedergeburt als Kultfilm. Der Disco-Produzent hatte das Epos zum 80-Minuten-Musikclip umgeschnitten.
Im November 2001 wird das Werk von der Unesco als allererster Film in das „Weltdokumentenerbe“ (Memory of the World) aufgenommen.

Kurzinhalt

METROPOLIS ist die glitzernde Stadt der Zukunft, über die der Großindustrielle Johann Fredersen herrscht. In der zweigeteilten Stadt residieren die Ausbeuter in luxuriös eingerichteten Wolkenkratzern und die Ausgebeuteten leben in unterirdischen Arbeiterstädten. In den „ewigen Gärten“, in denen sich die Söhne der Reichen vergnügen, taucht Maria auf, die Heldin aus der Unterstadt, und plädiert für die Befreiung der Unterdrückten. Freder, der Sohn des Herrschers, bewundert die Frau und verliebt sich in sie. Sein Vater beauftragt den Erfinder Rotwang, dem Maschinenmensch an dem dieser arbeitet, das Aussehen Marias zu geben. Die künstliche Maria soll die Arbeiter aufwiegeln, damit um so rigoroser gegen sie vorgegangen werden kann. Der Plan hat Erfolg – die wütenden Arbeiter zerstören die Maschinen, überfluten damit aber auch ihre unterirdische Stadt. Maria und Freder retten die Kinder. Zum Finale reichen sich Fredersen, sein Sohn und der Werkmeister die Hand.

Einen Mittler brauchen Hirn und Hände.
Mittler zwischen Hirn und Händen muss das Herz sein.

Filmzitat der Maria

Regie: Fritz Lang, Produktion: Erich Pommer
Drehbuch: Thea von Harbou
Kamera: Karl Freund, Günther Rittau
Musik: Gottfried Huppertz
Spezialeffekte: Ernst Kunstmann, Konstantin Irmen-Tschet, Erich Kettelhut
Darsteller: Alfred Abel (Johann „Joh“ Fredersen), Brigitte Helm (Maria), Gustav Fröhlich (Freder, Johanns Sohn), Rudolf Klein-Rogge (Rotwang, der Erfinder), Fritz Rasp (der Schmale), Theodor Loos (Josaphat), Erwin Biswanger (Georgy, Nr. 11811), Heinrich George (Grot, Wächter der Herzmaschine), Olaf Storm (Jan), Hanns Leo Reich (Marinus), Heinrich Gotho (Zeremonienmeister), Margarete Lanner (Dame im Auto), Max Dietze, Walter Kühle, Arthur Reinhardt, Erwin Vater, Georg John (Arbeiter), Grete Berger, Olly Böheim, Ellen Frey, Lisa Gray, Rose Lichtenstein, Helene Weigel (Arbeiterinnen), Erwin Alberti (Der schöpferische Mensch), Rolf von Goth (Sohn in den Ewigen Gärten)


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