Die Bezeichnung Döner-Morde für eine rechts-terroristische Mordserie an acht türkisch-stämmigen Menschen und einem Griechen ist das „Unwort des Jahres“ 2011.

Mit der sachlich unangemessenen, folkloristisch-stereotypen Etikettierung einer rechtsterroristischen Mordserie werden ganze Bevölkerungsgruppen ausgegrenzt und die Opfer selbst in höchstem Maße diskriminiert, indem sie aufgrund ihrer Herkunft auf ein Imbissgericht reduziert werden.

Unwörter des Jahres

Seit 1991 wird in Deutschland jährlich ein Unwort gekürt, um außergewöhnliche sprachliche Entgleisungen anzuprangern:

Jahr Unwort Erklärung
2010 Alternativlos wenn es bei einer Entscheidung keine andere Möglichkeit gibt und eine Diskussion daher auch nicht notwendig ist
2009 betriebsratsverseucht steht für den rauen Umgang mit Arbeitnehmerrechten
2008 notleidende Banken Finanzkrise als Synonym für alle Krisen
2007 Herdprämie Diffamierende Bezeichnung für Frauen, die ihre Kinder zu Hause erziehen, anstatt einen Krippenplatz in Anspruch zu nehmen
2006 Freiwillige Ausreise Gesetzes- und Behördenterminus in Asylverfahren
2005 Entlassungsproduktivität Gewinne aus Produktionsleistungen eines Unternehmens nach der Entlassung von Mitarbeitern
2004 Humankapital Degradiert Menschen zu nur noch ökonomisch interessanten Größen
2003 Tätervolk Inakzeptabler Vorwurf der Kollektivschuld, Martin Hohmann (CDU-MdB)
2002 Ich-AG Reduzierung von Individuen auf sprachliches Börsenniveau
2001 Gotteskrieger Selbst- und Fremdbezeichnung der Taliban- und Al Kaida-Terroristen
2000 National befreite Zone Zynisch heroisierende Umschreibung einer von Rechtsextremen terrorisierten Region
1999 Kollateralschaden Verharmlosung der Tötung Unschuldiger
1998 Sozialverträgliches Frühableben Zynisch wirkende Ironisierung (Karsten Vilmar, Ärztepräsident)
1997 Wohlstandsmüll Umschreibung arbeitsunwilliger Menschen (Helmut Maucher, Nestlé)
1996 Rentnerschwemme Falsches, angstauslösendes Naturbild für einen sozialpol. Sachverhalt
1995 Diätenanpassung Beschönigung der Diätenerhöhung im Bundestag
1994 Peanuts Abschätziger Banker-Jargon
1993 Überfremdung Scheinargument gegen Zuzug von Ausländern
1992 Ethnische Säuberung Propagandaformel in Ex-Jugoslawien
1991 Ausländerfrei Fremdenfeindliche Parole in Hoyerswerda
Unwort des Jahres 2011
Markiert in:

Ein Gedanke zu „Unwort des Jahres 2011

  • 3. Februar 2012 um 16:07
    Permalink

    Interessanter Blogpost.Habe einige frische Gedankenanstoesse gekriegt. Warte auf neue Beitraege zum Thema.

Kommentare sind geschlossen.