Die U-Boot-Klasse VII, offiziell Typ VII genannt, war eine Bauserie von U-Booten der Kriegsmarine im Zweiten Weltkrieg. Entstanden aus den Erste-Weltkrieg-Konstruktionen UF und UG und den Erfahrungen mit Typ I und Typ II war sie die am häufigsten produzierte U-Boot-Klasse der Geschichte; mit ihr wurde auch mehr Raum an Schiffstonnage versenkt als mit jedem anderen Typ. Mehr als 700 Einheiten wurden in Dienst gestellt. Geplant waren noch 160 weitere, deren Bau aber zugunsten des technisch überlegenen Typs XXI gestrichen wurde.

Beim Typ VII handelte es sich um Einhüllen-Hochseeboote, deren charakteristisches Merkmal die außenliegenden Brennstoffbunker waren, die sogenannten Satteltanks in den seitlichen Rumpfausbuchtungen. Im Gegensatz zu den Hochseebooten des Typs IX und den Küsten-U-Booten des Typs II wurden sie „Atlantikboote“ genannt. Sie erreichten von allen im Zweiten Weltkrieg gebauten Booten die größte Tauchtiefe, diese ging in der Praxis deutlich über die Werftgarantie hinaus. Die Boote hatten eine hohe Angriffskraft und gute Leistungseigenschaften bei relativ geringen Abmessungen und unter Verzicht auf Wohnqualität.

U 995 in Laboe

Einzig verbliebenes Boot dieses Typs, als Museumsschiff – alle anderen gesunken oder verschrottet.
U 995 (Muster Typ VII C/41) wurde im September 1943 in Dienst gestellt und absolvierte neun Feindfahrten. Nach Kriegsende ging das U-Boot als Test- und Ausbildungsboot KNM Kaura in den Besitz der norwegischen Marine über. 1965 erfolgte die Rückgabe an Deutschland, am 2. Oktober 1971 die offizielle Übergabe und seit dem 13. März 1972 liegt das U-Boot als Museumsschiff am Fuße des Marine-Ehrenmals in Laboe. Betreiber des Technischen Museums U 995 ist der Deutsche Marinebund.

Museums-U-Boot U 995
Museums-U-Boot U 995

E-Maschinenraum, dahinter der Dieselraum Hecktorpedorohr Zentrale Bugraum mit den vier Torpedorohren
Innenansichten

U 995: Turm
U 995: Turm mit Flak 4× 2 cm und 1× 3,7 cm
und die Figuren „U-Fang-den-Hut“ als Lackierung am Turm. Die Besatzung wollte damit ironisch auf ihren Wandel vom Jäger zum Gejagten aufmerksam machen.

Heckansicht Heck Bug
Ansichten vom Heck und Bug

U 995 & Turm des Marineehrenmals
U 995 & Turm des Marineehrenmals in Laboe

Museums-U-Boot U 995 am Strand von Laboe
Museums-U-Boot U 995 am Strand von Laboe

Museums-U-Boot U 995
Museums-U-Boot U 995

Daten

Schiffsdaten
Typ: VII C/41
Feldpostnummer: M 55 055
Werft: Blohm & Voss, Hamburg
Bauauftrag: 14. Oktober 1941
Baunummer: 195
Kiellegung: 25. November 1942
Stapellauf: 22. Juli 1943
Indienststellung: 16. September 1943
Besatzung: 4 Offiziere, 4 Oberbootsmänner, 10 Unteroffiziere, 27–34 Mannschaftsdienstgrade
Einsätze: 9 Feindfahrten
Hauptabmessungen
Länge: 67,2 m; Breite: 6,2 m; Tiefgang: 4,8 m; Höhe: 9,6 m
Druckkörper (Durchmesser): 4,7 m; Druckkörperstärke: 20,5 mm
Tauchtiefe (konstruiert/erreicht): 120 m/240 m
Abtauchzeit: 30 sek.
Verdrängung über Wasser: 759 m³; Verdrängung unter Wasser: 1.070 m³
Bewaffnung
Torpedorohre (Bug/Heck): 4/1
Torpedos: 12 (oder 26–39 Minen)
1× 3,7 cm Flugabwehrkanone
2× 2,0 cm Zwillings-Flugabwehrkanone
Antrieb
2× MAN 6-Zylinder-Dieselmotoren mit je 1.400 PS
2× BBC-Elektromotoren zu je 375 PS
Höchstgeschwindigkeit (aufgetaucht/getaucht): 17 Knoten (kn) / 7,6 kn (1 Knoten = 1,852 km/h)
Fahrstrecke (aufgetaucht/getaucht): 10.000 Seemeilen (sm) bei 7 kn / 130 sm bei 2 kn
Treibölvorrat: 113,5 t