Die Tupolew Tu-144 (NATO-Codename: Charger, engl. Schlachtross) war das erste Überschallverkehrsflugzeug der Welt.
Der Prototyp absolvierte seinen Jungfernflug am 31. Dezember 1968 in der Nähe von Moskau – 61 Tage bevor der französisch-britische Parallelentwurf Concorde seinen ersten Erstflug hatte. Bei den Testflügen zeigten sich erhebliche Mängel in der Flugeigenschaft auf, so das das Konstruktionsbüro das Flugzeug grundsätzlich überarbeiten musste.
Gebaut wurden danach bis zur Einstellung des Programms 1984 noch 16 Maschinen. 1973 wurde die Tu-144 auf der Luftfahrtschau in Le Bourget vorgeführt. Dort ereilte sie ein schwerer Rückschlag als sie bei einer Flugvorführung am 3. Juni abstürzte.
Im November 1977 nahm die Tu-144 den Liniendienst zwischen Moskau und Alma Ata auf. Nach einem weiteren Absturz und aufgrund der mangelnden Wirtschaftlichkeit wurden diese Flüge wieder eingestellt – der letzte reguläre Flug erfolgte 1978. Eine kurze Wiedergeburt erlebte die Tupolew als die NASA und Boeing, zwischen 1995 und 1998, die Tu-144 als Testplattform für Überschallflüge nutzte.

Ausgestellt im Auto & Technik Museum Sinsheim

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Aeroflot Tupolew Tu-144
Aeroflot Tupolew Tu-144 mit Kennung CCCP-77112

Tragfläche: Tupolew Tu-144 Cockpit: Tupolew Tu-144 Rückansicht: Tupolew Tu-144

Untersicht: Tupolew Tu-144 Triebwerke: Tupolew Tu-144

Daten

AllgemeinTechnische Daten
Typ: Überschall-Verkehrsflugzeug
Entwurfsland: Sowjetunion
Hersteller: OKB Tupolew
Erstflug: 31. Dezember 1968[1] Indienststellung: 26. Dezember 1975
Produktionszeit: 1965 bis 1981
Stückzahl: 16
Länge: 65,70 m; Flügelspannweite: 28,80 m; Höhe: 12,5 m
Leermasse: 85.000 kg, max. Startmasse: 207.000 kg
Höchstgeschwindigkeit: 3.000 km/h (Mach 2,5); Reisegeschwindigkeit: 2.500 km/h (Mach 2,35)
Flughöhe: bis zu 18.000 m
Reichweite: bei maximaler Beladung 6.500 km
Kraftstoffvorrat: ca. 80 t
Startrollstrecke: 1.900 m; Landerollstrecke: 1.200 m
Landegeschwindigkeit: ca. 270 km/h
Triebwerk: 4 Kusnezow NK-144 mit je 20.000 kp Schub